Senat setzt Unterrichtsqualität aufs Spiel
Senat setzt Unterrichtsqualität aufs Spiel
Die GAL-Fraktion befürchtet, dass der Unterricht schlechter wird und die jungen Lehrkräfte ausgebeutet werden.
Dr. Stefanie von Berg, schulpolitische Sprecherin der GAL-Bürgerschaftsfraktion, erklärt:
„In den kommenden Jahren gehen zahlreiche Lehrerinnen und Lehrer in Pension. Der Senat reagiert auf diesen Umbruch mit Abstrichen in der Ausbildungsqualität: Statt die Referendarinnen und Referendare auf ihre neuen Aufgaben gründlich vorzubereiten, sollen sie jetzt von Anfang an deutlich mehr eigenständigen Unterricht halten. Damit spart der Senat am falschen Ende: Was an der Ausbildung jetzt eingespart wird, wird sich über viele Jahre in der Unterrichtsqualität niederschlagen. Dieser Sprung ins eiskalte Wasser ist sowohl für die angehenden Lehrkräfte als auch gegenüber den Kindern unverantwortlich.“
Die Schulbehörde begründet die höhere Lehrbelastung der Referendarinnen und Referendare damit, dass die Hamburger Hochschul-Absolventinnen und -Absolventen bereits im Studium genügend Erfahrungen gesammelt hätten. Dabei wird jedoch ignoriert, dass die angehenden Lehrkräfte mindestens ein Jahr lang nicht mehr vor einer Klasse gestanden haben und längst nicht alle Studierenden entsprechende Praktika absolviert haben. Etwa 40 Prozent der angehenden Lehrkräfte haben nicht in Hamburg studiert und somit kaum praktische Erfahrung.
Dr. Anjes Tjarks, wirtschaftspolitischer Sprecher der GAL-Fraktion und frisch ausgebildeter Lehrer, ergänzt:
„Die Schulbehörde ignoriert mit ihrer Umgestaltung der Lehramtsausbildung ihre eigenen Evaluationen. Sowohl Seminarleitungen als auch die Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmer haben die Haupt- und Fachseminare ganz überwiegend als positiv bewertet. Diese werden nun geschwächt. Stattdessen bleibt das eher negativ bewertete Lehrertraining unter dem neuen Namen ,Coaching‘ verpflichtend. Das ist Politik von Besserwissern.“


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