Elbphilharmonie: Hochtief legt die Baustelle lahm!

Elbphilharmonie Hamburg, aufgenommen im Retrolook mit Negativ-Lochstreifen

Schwere Sicherheitsmängel in der Statik führen laut Hochtief dazu, dass an der Dachkonstruktion nicht weiter gearbeitet werden kann. Die Kulturbehörde widerspricht dem scharf und hält die vorgelegten statischen Berechnungen für belastbar. Sie verweist auf den Prüfstatiker, der die Konstruktion - mit Änderungen versehen -  für belastbar und umsetzbar hält. Allerdings legt er seine Berechnungen Hochtief nicht vor. Das ist aus unserer Perspektive schwer nachvollziehbar.

Angesichts der Tragweite dieser Auseinandersetzung muss der Senat jetzt handeln: Ein Gespräch mit der Essener Konzernspitze wird da wenig helfen. Denn die Vernehmung des Ex-Konzernmanagers Henner Mahlstedt im Parlamentarischen Untersuchungsausschuss (PUA) der Bürgerschaft hat gezeigt, wie autonom die einzelne Niederlassung agiert. Die Entscheidungen über den Baufortgang trifft die Hamburger Niederlassung, nicht die Konzernzentrale. Der Senat muss mit dem Hamburger Hochtief-Büro einen Weg finden, um die Elbphilharmonie fertig zu bauen - ohne dass die Kosten weiter explodieren.

Dieser schon fast skurill anmutende Streit zwischen Bauherrn und Generalunternehmer ist der vorerst letzte Akt in der Bautragödie Elbphilharmonie. Um die dramatische Kostenexplosion und die unfassbare Bauzeitenverlängerung aufzuklären, hat das Parlament schon in der vergangenen Legislatur einen PUA eingesetzt. Dort befassen sich die Abgeordneten mit der Frage, wie es zu dieser Entwicklung kommen konnte und wie man in Zukunft eine solche Entwicklung bei öffentlichen Bauten vermeiden kann.

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Die SPD bearbeitet im PUA-Elbphilharmonie mit viel Elan die Vergangenheit, verliert dabei aber die Gegenwart und die Zukunft des Projekts Elbphilharmonie aus dem Blick. Die GAL-Fraktion erläutert ihre Sicht auf dieses schwierige Thema in mehreren aktuellen Texten sowie einem Blogbeitrag auf der Homepage unter

www.gal-fraktion.de

- Haupttext: www.gal-fraktion.de/elbphilharmonie/07-11-2011/elbphilharmonie-traum-und-alptraum
- Thesenpapier: www.gal-fraktion.de/elbphilharmonie/07-11-2011/kostenexplosion-bei-der-elbphilharmonie
- Pressemitteilung: http://www.gal-fraktion.de/elbphilharmonie/07-11-2011/katastrophales-management-des-senats

 

 

 

Aus grüner Sicht legen wir hier ein Zwischenergebnis vor, das allerdings als vorläufig zu betrachten ist. Die Arbeit im PUA ist noch nicht abgeschlossen, wichtige Zeugen müssen noch vernommen werden. Klar ist aber schon jetzt: Die größten und kostentreibenden Fehler wurden am Anfang gemacht, als die CDU die Verträge mit Architketen und Hochtief schloss. Unter Schwarz-Grün hat die Stadt endlich die Werkzeuge bekommen, um entschiedener gegenüber Hochtief aufzutreten. Und nun stochert die SPD im PUA vor allem in der Vergangenheit, verschlechtert so die Verhandlungsposition der Stadt und versäumt es, in der Gegenwart ein straffes Regiment als Bauherr zu führen. Schöne Bescherung. Hoffen wir, dass dann, wenn das Konzerthaus irgendwann endlich eröffnet ist, dieses Hickhack aufgearbeitet und erledigt ist.

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