"Zwangsinklusion"? Fehlanzeige!

Schultafel mit Kreideaufschrift ABC und drei grünen, übereinander gestapelten Äpfeln

Fünf Stunden dauerte die Anhörung zur Inklusion im Schulausschuss am Freitag, den 11. November 2011. Ein ernstes und wichtiges Thema, das viele Schulen und Eltern bewegt. Das Medienaufkommen war groß. Vor Beginn dieser Marathonanhörung interviewte der NDR für das Hamburg Journal einzelne Mitglieder des Ausschusses, unter anderem auch den parteilosen Ausschussvorsitzenden Dr. Walter Scheuerl, der der CDU-Fraktion angehört. Dort konstatierte er, die GAL stehe für eine totale Zwangsinklusion. Wer ein wenig Ahnung von der Materie und vom politischen Inklusions-Diskurs hat, musste sich fragen: „Bitte, was? Seit wann stehen die Grünen für Zwangsinklusion?" Ich möchte an dieser Stelle in aller Deutlichkeit sagen: So etwas wollen wir nicht und haben es noch nie gefordert!

Denn: Selbstverständlich sind wir Grünen weit davon entfernt, irgendjemanden zu Inklusion zwingen zu wollen. Wir nehmen die UN-Konvention ernst, die jedem Kind das Recht (nicht die Pflicht!) auf allgemeine Beschulung zuspricht. Dieses Recht haben wir im Schulgesetz verankert – übrigens mit den Stimmen aller Fraktionen. Die Rolle rückwärts der CDU-Fraktion, die in dieser Angelegenheit tatkräftig von der FDP-Fraktion unterstützt wird, ist traurig. Und macht deutlich, dass diese Fraktionen unter dem Deckmantel des „Kindeswohls" eine Politik der Ausgrenzung und der Zementierung sozialer Unterschiede verordnen wollen. Tatsächlich ist es so, dass die allermeisten Gymnasien keine oder kaum Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf aufnehmen. Nahezu alle Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf sind an den Stadtteilschulen, die derzeit deutlich überfordert sind. Eine Politik der Ausgrenzung spart jedoch soziale Probleme und Antworten auf drängende Zukunftsfragen bewusst aus.

Kommentare

Gespeichert von anonym (nicht überprüft) am 17.06.2014 - 11:19

Als Eltern eines Kindes mit sonderpädagogischem Förderbedarf muss ich jetzt mal loswerden, dass es auch eine andere seite gibt, die wohl keiner sehen will!

Es wird sich über den Willen der Eltern hinweg gesetzt und den Schulen zuviel Spielraum gewährt.Was haben wir als Eltern denn für Möglichkeiten???Wir mussten gestern seitens der Schule erfahren, dass wir keinerlei Mitspracherecht haben auf eine erneute Überprüfung des Förderbedarfs!Unser Kind (mit einem völlig normalem IQ,er ist nur ein Legastheniker) würde gerne versuchen am Regelunterricht teilzunehmen, nur lässt man ihn nicht.Uns stellt man als Eltern so hin, als würden wir einfach nicht wahrhaben wollen, dass unser Kind defizitär sei.

Es ist uns vollkommen egal, welchen Abschluss unser Kind macht!Aber es kann doch nicht sein, dass Schulen Kinder mit Förderbedarf brauchen,um Lehrstellen zu rechtfertigen!

Es ist unverschämt!!!Es ist auch unverschämt, was wir uns alles anhören müssen!Warum schafft es die Regierung nicht endlich sich mal ein Beispiel an anderen Ländern zu nehmen und vorallem..warum schafft sie es nicht, die zu unterstützen die FÜR die Sache kämpfen,für das wohl des Kindes!Und das sind in vielen Fällen die Eltern!!

Das System ist sowas von auf dem falschen Weg!

Neuen Kommentar schreiben