Schulpolitik ohne Weitblick

Stefanie von Berg im Gespräch

Das, was jetzt sowohl in der Schulbehörde wie auch im Landesinstitut für Lehrerfortbildung und Schulentwicklung gerade an Umstrukturierung passiert, gleicht einem Hütchenspiel. Hier ein Pöstchen raus, da ein Pöstchen rein – dass dabei sowohl die inhaltliche Struktur der Schulbehörde verloren geht als auch ein massiver Stellenabbau im Landesinstitut (54 Stellen) damit einhergehen, ist wohl einkalkuliert oder sogar gewollt.

Schaut man sich den neuen Organisationsplan der Schulbehörde an, dann drängt sich schnell der Eindruck der Willkürlichkeit auf. Ganz besonders schmerzhaft ist die Abschaffung der Grundsatzreferate. Grundsatzreferate sind dazu da, um für eine Schulform eine langfristige Strategie zur Weiterentwicklung aufzustellen und sich dabei mit den anderen Grundsatzreferaten abzustimmen, damit ein sinnvolles Ganzes entsteht. Die Abschaffung dieser Referate mag ja bei den etablierten Schulformen Grundschule und Gymnasium noch hinnehmbar sein – dann führt es halt einfach nur zum Stillstand. Wie aber soll das Ziel, Stadtteilschulen stark zu stellen, erreicht werden, wenn nicht mehr der ganze Weg gesehen wird, sondern jeder nur noch den nächsten Schritt vor sich sieht?

Bitter ist auch – wenn auch sehr bezeichnend für die Sozialpolitik der SPD – dass das Referat „Bildung und Teilhabe“ völlig zusammenhanglos der Abteilung B1 zugeordnet wurde, die für die regionale Schulaufsicht in Mitte, Eimsbüttel und Bergedorf zuständig ist. Auch die Referate für Internationales, die Privatschulen und Europa wurden einfach an eine Abteilung der regionalen Schulaufsicht angehängt. Als Fazit kann nur gesagt werden: Die Umstrukturierung wird zu einem Qualitätsverlust führen, eine strategisch langfristige Schulentwicklung im Sinne eines „Think Tanks“ wird es nicht mehr geben.

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