Die Frage nach der Inklusion: Barrierefrei und gleichberechtigt

Postkarte mit RollstuhlfahrerIn vor Treppenstufen und Aufschrift "Erleb` die Stadt! barrierefrei & gleichberechtigt"

Am Donnerstag, den 26.01.2012 fand die Auftaktveranstaltung der Reihe "Barrierefrei und gleichberechtigt" der GAL-Bürgerschaftsfraktion in der Akademie der Künste statt. Die Veranstaltungsreihe hat zum Ziel, die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention umzusetzen, Barrieren abzubauen und gleichberechtigte Teilhabe aller Hamburgerinnen und Hamburger zu ermöglichen. Geplant ist eine Reihe von Veranstaltungen, an der sich nahezu alle Ressorts der Fraktion beteiligen – die Formate werden ebenso vielfältig sein wie die Menschen in unserer Stadt es auch sind. Neben Vorträgen werden vor allem Veranstaltungen, die zum Mitmachen einladen, stattfinden: Gemeinsames Kochen, gemeinsame Ausflüge, Übernahme der Perspektive von Menschen mit Behinderungen, Aufsuchen von "Best-Practice-Orten" oder gemeinsame Projekte. Denn: Die größten Barrieren sind in den Köpfen!!!

Die Auftaktveranstaltung nun war ein "klassisches" Format – ein Mix aus Vortrag und der Beantwortung von Fragen. Eingeladen war Prof. Andreas Hinz von der Universität Halle-Wittenberg, der sich bereits seit langem mit der Frage von Inklusion beschäftigt. Moderiert wurde die Veranstaltung von Dr. Stefanie von Berg und Katharina Fegebank. Wirklich barrierefrei wurde die Veranstaltung durch zwei Gebärdendolmetscherinnen, Induktionsschleifen für Schwerhörige sowie einen Blindenbegleitservice.

Prof. Hinz machte sehr deutlich, dass Inklusion sehr viel mehr ist als nur die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention. Vielmehr geht es um Folgendes:
Inklusion…

  • … sieht  Vielfalt nicht als Problem, sondern wendet sich ihr positiv zu,
  • … umfasst alle Dimensionen von Heterogenität (z. B. Fähigkeiten, Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit, Staatsbürgerschaft, Sprache, Religion, sexuelle Orientierung, körperliche Verfassung),
  • … wendet sich gegen jegliche Marginalisierung.

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Wenn Inklusion also ernst genommen wird, dann wird die Umsetzung von Inklusion alle gesellschaftlichen Probleme berühren und damit auch keinen Lebensbereich auslassen. Denn Inklusion ist Verpflichtung, Vision und Programm zugleich. Inklusion ist der Rechtsanspruch für alle von Ausgrenzung bedrohte Menschen. Inklusion ist der zentrale Auftrag aller Einrichtungen und Regionen. Inklusion ist der "Nordstern" aller Vernetzungsprojekte.

Diese sehr viel weitergehende Auffassung von Inklusion – die in Hamburg ja bislang nur als "Integration von Kindern mit Behinderungen in der Schule" aufgefasst wurde - führte zu angeregten Diskussionen unter den Gästen. Und uns ist klar: Es gibt viel zu tun und wir halten Sie auf unserer Website auf dem Laufenden zu den Veranstaltungen!

Wer genauer nachlesen möchte, dann das hier tun:

  • Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft (Hrsg.) (2011): Inklusion vor Ort. Der Kommunale Index für Inklusion – ein Praxishandbuch. Berlin, S. 36-123
  • Index für Inklusion
  • Homepage Prof. Hinz
  • Googlegroup: Inklusion jetzt! (über robkru[at]web.de)
  • E-Mail: andreas.hinz[at]paedagogik.uni-halle.de

Gemeinsamer Blogartikel von Katharina Fegebank und Dr. Stefanie von Berg.

 

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