Auf eine letzte Zigarette
Rauchen ist ungemütlich geworden: Vorbei die Zeiten, in denen man sich im Frühstückscafé rauchend bei einer Tasse Kaffee zurück lehnen oder nach einem guten Essen die Verdauungszigarette gleich am Restauranttisch anzünden konnte. Stattdessen stehen Rauchende oft in der Kälte, mit Pech sogar im Regen. Rauchen ist nicht mehr, was es mal war – und das ist eine gute Nachricht. Mit dem Rauchen aufzuhören sollte leichter geworden sein, und das Anfangen weniger attraktiv.
Am heutigen Weltnichtrauchertag geht es darum, wirksamen Schutz vor dem giftigen Tabakqualm einzufordern. Viele Bundesländer haben mittlerweile eigene Nichtraucherschutzgesetze erlassen – allein an der Umsetzung hapert es noch. Zu viele Ausnahmen werden gewährt, ein Dickicht an Regelungen verhindert Transparenz. Auch in Hamburg wird in vielen Kneipen und Restaurants besonders am späteren Abend geraucht, trotz des Verbots. Der Länder-Flickenteppich von Ausnahmeregelungen findet zu wenig Akzeptanz.
Daher ist ein absolutes Rauchverbot in der Gastronomie für ganz Deutschland zwingend notwendig. Absolute Rauchverbote funktionieren, das zeigen die Erfahrungen in anderen Ländern. Der Gesundheitsschutz von Beschäftigten in Bars und Restaurants sowie der vielen nicht rauchenden Gäste ist zu wichtig, als dass gefühlte Gewohnheitsrechte von Raucherinnen und Rauchern ihn verhindern dürfen.
Deswegen wird das absolute Rauchverbot auch kommen. Es ist wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit – Zeit genug für eine letzte Zigarette.

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