Im Osten nichts Neues – Hamburg weiter sozial gespalten
Was ist in Hamburg so überraschend wie acht Grad und Regen? Die Meldung, dass der soziale Graben in der Hansestadt wächst, die Altersarmut zunimmt und jedes vierte Kind in Armut lebt.
Was ist in Hamburg so überraschend wie acht Grad und Regen? Die Meldung, dass der soziale Graben in der Hansestadt wächst, die Altersarmut zunimmt und jedes vierte Kind in Armut lebt.
Wer hätte gedacht, dass Paul von Hindenburg – fast 80 Jahre nach seinem Tod –eine politische Debatte in Hamburg auslöst. Die Grüne Bezirksfraktion in Nord hatte im Oktober den Anfang gemacht und die Umbenennung der Hindenburgstraße gefordert. FDP, SPD und Linke haben im Bezirk ihre Zustimmung signalisiert. Jetzt hat sich der SPD-Senat aber gegen die Umbenennung ausgesprochen – und in der Stadt tobt die Debatte, ob die Person Hindenburg weiter geehrt werden soll oder nicht.
Kinderarbeit, Zwangsarbeit, schlechte Arbeitsbedingungen und Löhne, die zum Leben nicht reichen, sind in vielen Ländern Realität. Der Wunsch, immer billiger einzukaufen, hat globale Folgen. Die „Geiz ist geil"-Einstellung führt dazu, so kostengünstig wie irgend möglich zu produzieren. Wo und unter welchen Bedingungen auch immer. Dass ein T-Shirt für drei Euro, Kaffee für zwei Euro und Schokolade für 40 Cent nicht zu angemessenen Bedingungen produziert werden können, müsste jedem einleuchten.
Was haben Hamburg, Rumänien und Bangladesch gemeinsam? Der maritim orientierte Hamburger Seebär denkt bestimmt an Handel oder an wirtschaftliche Kooperation. Beides falsch. Die Gemeinsamkeit liegt in der Einkommensverteilung. Bemisst man diese, dann nimmt der sogenannte Gini-Koeffizient für Hamburg den Wert von 0,32 ein, für Bangladesch 0,31 und für Rumänien 0,32. In keinem anderen Bundesland ist das Einkommen derartig ungleich verteilt wie in Hamburg. In Hamburg sind deutschlandweit die meisten Menschen von Armut gefährdet – insgesamt 17,4 Prozent. Arm und Reich teilt die Stadt.
Die Fußball EM 2012 sollte für die Ukraine eine Chance sein. Das Land im Herzen von Europa sollte seinen Fortschritt, seine westliche Annährung, seinen Erfolg der demokratischen Bewegung und die Qualität des ukrainischen Fußballs präsentieren können. So die Gedanken 2007. Die orangene Revolution von damals ist in Vergessenheit geraten und die frühere Revolutionsführerin Julia Timoschenko ist inhaftiert und kämpft für eine angemessene medizinische Behandlung.
Kaiser Wilhelm auf hohem Ross vor dem Rathaus? Bitte nicht. Im „Hamburger Abendblatt“ schaltet sich der Politologe Hans J. Kleinsteuber heute in die Debatte um die Neugestaltung des Rathausmarkts ein. Angestoßen wurde diese unlängst durch die Handelskammer.
Jetzt also nur Holz- statt Luxusklasse. Die Posse um den Zaun und das Klo an der Kersten-Miles-Brücke war in Hamburg ein heißes Herbstthema. Nun hat die Geschichte ein vorläufiges Ende gefunden, das Kopfschütteln auslöst.
Im September hatte Mitte-Bezirksamtschef Markus Schreiber (SPD) mit dem über Nacht aufgestellten Zaun (2,80 Meer hoch, 18.000 € teuer) das politische Possenstück um die Obdachlosenhilfe in der Hansestadt eröffnet. Seine Botschaft: Ausgrenzung statt Hilfeleistungen.
Mit dem Ende der Wahlperiode ist auch die Amtszeit des entwicklungspolitischen Beratungsgremiums beim Hamburger Senat abgelaufen. Der zwölfköpfige Rat für nachhaltige Entwicklungspolitik (RANEP) war mit Wissenschaftlern, Wirtschaftsfachleuten sowie Regionalexperten besetzt.