Ursache: unklar, Konsequenzen: keine

Ein Jahr nach dem Brand auf der „Atlantic Cartier“

Ursache: unklar, Konsequenzen: keine

Vor genau einem Jahr schlitterte Hamburg nur knapp an einer Katastrophe vorbei: Die mit hunderten Tonnen radioaktiver Brennstoffen und Munition beladene ,Atlantic Cartier‘ brannte am 1. und 2. Mai im Hamburger Hafen. Wie die Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung heute mitteilt, ist die Brandursache noch immer unklar.
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Die Grünen kritisieren, dass der Senat auch ein Jahr nach der Beinahe-Katastrophe keine Konsequenzen gezogen hat.

Dr. Anjes Tjarks, wirtschaftspolitischer Sprecher der Grünen Bürgerschaftsfraktion: „Es bleibt unbefriedigend, dass auch ein Jahr nach dieser Beinahe-Katastrophe die Brandursache noch unklar ist. Noch schlimmer ist aber, dass der Hamburger Senat aus dem Brand der Atlantic Cartier keinerlei Konsequenzen ziehen will. Der Senat betont, dass alle Sicherheitsmaßnahmen im Hafen ausreichen. Wie er zu dieser Einschätzung kommt, ist nicht nachvollziehbar. Denn: Anfang des Monats, als eine Schwesterschiff der ,Atlantic Cartier‘ mit Atomfracht und Munition im Hafen festmachte, stand der Hamburger Feuerwehr nicht ein einziges Löschboot zur Verfügung. In Rotterdam und Antwerpen haben die Feuerwehren jeweils mindestens sieben Löschboote einsatzbereit. Der Hamburger Senat hat bis heute kein Löschbootkonzept vorgelegt, obwohl ihn die Bürgerschaft dazu aufgefordert hat. Auch sonst hat der Senat keine ernstzunehmenden Anstrengen unternommen, die Sicherheit bei Atom- und anderen Gefahrguttransporten im Hamburger Hafen zu verbessern. Das ist fahrlässig.“

Hintergrund

Bei sehr schweren und schweren Seeunfällen ist die Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung gesetzlich verpflichtet, innerhalb eines Jahres einen Untersuchungsbericht zur Unfallursache vorzulegen. Ein entsprechender Bericht wurde heute zum Brand der ,Atlantic Cartier‘ am 1. und 2. Mai 2013 im Hamburger Hafen vorgelegt (PM mit Link im Anhang). Die Ursache bleibt allerdings nach wie vor unklar.
Dass die ,Atlantic Cartier‘ bei ihrem Brand hunderte Tausende Uranhexafluorid, Munition und andere Gefahrgüter geladen hatte, wurde erst durch eine Schriftliche Kleine Anfrage Drucksache 20/7891 des Abgeordneten Tjarks bekannt.

Der Senat will aus der Beinahe-Katastrophe keine Konsequenzen ziehen. Auf eine Anfrage der Grünen antwortet er: „Nach der Analyse der Ereignisse im Zusammenhang mit der ,Atlantic Cartier‘ am 1. und 2. Mai 2013 entsprechen die bislang vorhandenen und vorgegebenen Sicher-heitsmaßnahmen den möglichen Risiken“ (Drucksache 20/11368).

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