Senatorin ohne Plan und Konzept

Sanierungsstau an Hamburger Hochschulen

Senatorin ohne Plan und Konzept

Wie die Antwort auf eine Große Anfrage der GAL-Fraktion zeigt, besteht an mehreren Hamburger Hochschulen ein dramatischer Sanierungsstau. Besonders betroffen sind die Hochschule für Angewandte Wissenschaft, die künstlerischen Hochschulen, die Technische Universität Hamburg-Harburg und das Studierendenwerk.
Universität Hamburg

Insgesamt beläuft sich das Defizit auf 192 Mio. Euro. Der Senat zeigt sich nicht gewillt, die Zustände zu beheben.

Wegen Brandschutzmängel und anderer gravierender Einschränkungen können viele Gebäude von den Studierenden nur eingeschränkt genutzt werden. Die Senatsantwort auf die Anfrage der GAL fällt nüchtern aus: Die Wissenschaftsbehörde hat weder Finanzmittel eingestellt, noch Konzepte erarbeitet, um die baulichen Mängel zu beheben.

Dr. Eva Gümbel, wissenschaftspolitische Sprecherin der GAL-Fraktion, sagt dazu:

„Der Senat gibt offen zu, dass die betroffenen Hochschulgebäude nur eingeschränkt nutzbar sind. Die Wissenschaftssenatorin agiert ohne Plan und Finanzierungskonzept – und das bei einem Sanierungsbedarf von 192 Mio. Euro. Das ist nicht nur unverantwortlich, sondern offenbart auch die Haltung, die der SPD-Senat den Hochschulen entgegenbringt.“

Laut Senat führen starke Brandschutz- und Fassadenmängel zu Nutzungseinschränkungen. Besonders davon betroffen sind die Gebäude der HAW. Dort beläuft sich der Sanierungsstau auf 87,93 Mio. Euro. Für die Hochschule für Musik und Theater wird ein Sanierungsbedarf in Höhe von 20 Mio. Euro festgestellt, an der Hochschule für bildende Künste in Höhe von 1 Mio. Euro. Auch an beiden Kunsthochschulen und der TU Hamburg-Harburg ist derzeit nur eine eingeschränkte Nutzung möglich. Der Sanierungsbedarf bei der TU beläuft sich auf 10 Mio. Euro. Ebenso betroffen sind die Wohnanlagen für Studierende am Grandweg und in der Borgfelder Straße: Dort fehlen 39,6 Mio. Euro.

Insgesamt hat der Senat im Wissenschaftsbereich einen Sanierungsbedarf in Höhe von 191,923 Mio. Euro festgestellt. Gefragt nach der Finanzplanung bis 2015, antwortet der Senat, dass keine Mittel für die erkannten notwendigen Sanierungen eingestellt worden seien.

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