Gebärdensprache als Wahlpflichtfach ermöglichen

Inklusion an Schulen

Gebärdensprache als Wahlpflichtfach ermöglichen

Die rot-grüne Koalition will ausgewählten Hamburger Schulen ermöglichen, die Gebärdensprache künftig als Wahlpflichtfach anzubieten. Eine entsprechende Initiative haben beide Regierungsfraktionen zur Bürgerschaftssitzung in der kommenden Woche eingereicht (siehe Anlage).
Schultafel mit Kreideaufschrift ABC und drei grünen, übereinander gestapelten Äpfeln

Dazu Dr. Stefanie von Berg, bildungspolitische Sprecherin der Grünen Bürgerschaftsfraktion:

„Gebärdensprache ist die Muttersprache vieler schwerhöriger und gehörloser Menschen. Sie ist seit 2002 in Deutschland offiziell als eigenständige Sprache anerkannt. Wir wollen die Gebärdensprache fördern und an bestimmten Schulen als Wahlpflichtfach einführen. Hörende Schulkinder bekommen so die Möglichkeit, sich in eine andere Lebenswirklichkeit hineinzudenken. Das Schulfach Gebärdensprache bietet die Chance, Vorurteile und Unsicherheiten im Umgang mit Gehörlosen und Schwerhörigen abzubauen. Diese veränderte Haltung ist ein wesentlicher Schritt, um Inklusion in der Gesellschaft umzusetzen.“

Dazu Barbara Duden, bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion:

„Mit der Einführung der Gebärdensprache als Wahlpflichtfach an Hamburger Schwerpunktschulen setzen wir ein klares Zeichen für die Inklusion, nicht nur in der Schule, sondern in unserer Gesellschaft insgesamt. Unsere Initiative soll dazu beitragen, bereits im Kindesalter eine Brücke zwischen Hörenden und Nicht-Hörenden zu bauen. In punkto Inklusion sind wir bundesweit bereits ganz vorn mit dabei, das untermauern wir mit dem jetzt vorliegenden Antrag einmal mehr.“

Hintergrund
In anderen Ländern, zum Beispiel den Vereinigten Staaten, ist die dort ausgeübte Gebärdensprache akzeptiert und erfüllt die Anforderungen für Fremdsprachen an den Schulen und in den meisten Akademien und Universitäten. Auch in Hamburg ist der erste Schritt in Richtung einer Etablierung der Deutschen Gebärdensprache als Sprache im Unterricht schon getan: Im Zuge der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung, zu der sich Deutschland bekannt hat, haben Berlin, Brandenburg und Hamburg bereits gemeinsam einen Rahmenlehrplan für das Fach entwickelt. Dies wird nun auch in die Realität umgesetzt.

 

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