Kartenverkaufsverbote sind ein Eigentor!

GAL-Fraktion will Diskussion im Innenausschuss

Kartenverkaufsverbote sind ein Eigentor!

Das von der Hamburger Polizei verfügte Kartenverkaufsverbot für Fans des FC Hansa Rostock ist kein gangbarer Weg, um die Gewalt im Umfeld von Fußballspielen zu verringern. Mit einer Kleinen Anfrage fragt die GAL-Bürgerschaftsfraktion nach den konkreten Folgen des Kartenverkaufsverbotes im Gegensatz zu einer normalen polizeilichen Begleitung des Spiels.

Gleichzeitig wurde das Thema zur nächsten Innenausschuss-Sitzung angemeldet.

Statt polizeiliche Maßnahmen maßvoll und gezielt auf sogenannte Störer zu beziehen, wird eine Mehrheit von friedlichen Fans getroffen und in ihren selbstverständlichen Rechten beschnitten. Der harte Konfrontationskurs der Polizeiführung gegenüber den Vereinen ist ein Irrweg und zerstört die Basis für eine fruchtbare Zusammenarbeit zur Lösung der Probleme mit den so genannten Problemfans.

Antje Möller, innenpolitische Sprecherin der GAL-Fraktion: „Ich bin überzeugt, dass solche Verbote zur Eskalation der Konflikte zwischen Fans und Polizei beitragen und einen falschen Weg beschreiten: Nach der eingeschlagenen Logik sind vielleicht der HSV und Werder Bremen als nächstes betroffen, die ebenfalls eine ausgesprochene Fanfeindschaft verbindet. Kartenverkaufsverbote sind ein Eigentor!“

Aus Sicht der GAL-Fraktion wäre es für das Spiel gegen Rostock eine sinnvollere Sicherheitsstrategie gewesen, im Vorfeld intensiv und kooperativ auf die Sicherheits- und Fanbeauftragten beider Vereine zuzugehen und verbindliche, deeskalierende Absprachen zu treffen. Grundsätzlich muss mehr in eine unabhängige Fanarbeit der Vereine investiert werden, die auch problematische Fangruppen erreichen kann.

Nicht haltbar aus Sicht der GAL-Fraktion ist es, den FC St. Pauli als Verein pauschal für Schlägereien mit der Polizei im Stadtteil verantwortlich zu machen, wie Polizeipräsident Kopitzsch das getan hat. Beispielsweise muss die Beteiligung von Gruppen wie die „St. Pauli Warriorz“ geklärt werden. Diese beziehen sich zwar auf ihren Stadtteil und auf ihren Verein, sind aber durch diesen kaum zu erreichen.

„Die Äußerung von Herrn Kopitzsch bedient lediglich das Klischee“, sagt Antje Möller.

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