Aufklärung mit Sorgfalt und Nachdruck betreiben

Sonderausschuss Chantal

Aufklärung mit Sorgfalt und Nachdruck betreiben

Am Freitag tagt der Sonderausschuss Chantal zum zweiten Mal. Auf der Tagesordnung steht der Bericht der Innenrevision, die Situation im Bezirksamt Mitte und die Neuausrichtung des Pflegekinderwesens. Aus Sicht der grünen Fraktion darf es keine einseitigen Schuldzuweisungen geben. Wichtig ist die Frage, vor welchem Hintergrund das Jugendamt Fehlentscheidungen getroffen hat.

Christiane Blömeke, kinder- und jugendpolitische Sprecherin der GAL-Bürgerschaftsfraktion, erklärt dazu:

„Eine Aufklärung der Umstände, die zum Tod Chantals geführt haben, wird anhand der Akten kaum möglich sein. Der Ausschuss wird auch die Verantwortlichen des Bezirksamtes Mitte und des verantwortlichen Trägers in den Ausschuss laden müssen. Ich hoffe, dass sich der Ausschuss morgen auf eine zeitnahe Befragung verständigen kann. Bei der Aufklärung des Falls darf es kein Schablonendenken geben, einseitige Schuldzuweisungen in Richtung des Jugendamts würden nicht weiter helfen. Wir wollen vor allem wissen, vor welchem Hintergrund es zu Fehlentscheidungen kam.“

 

Die Eckpunkte des Senats zur Neuausrichtung des Pflegekinderwesens nach Chantals Tod werfen aus Sicht der grünen Abgeordneten viele Fragen auf.

Christiane Blömeke:

„Ein ,Weiter so‘ darf es nach dem Tod Chantals nicht geben. Wir brauchen aber Augenmaß bei der Festlegung neuer Regeln für die Auswahl von Pflegeeltern. Dass alle Familienmitglieder schon ab 14 Jahren einen Drogentest und ein Gesundheitsattest vorlegen müssen, scheint mir sehr weitgehend. Kein anderes Bundesland hat vergleichbar strenge Kriterien. Auch bei der Frage, wann eine psychische Störung oder körperliche Erkrankung ein Hinderungsgrund für die Aufnahme eines Pflegekindes ist, sehe ich noch erheblichen Klärungsbedarf.“

 

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