Sozialatlas als Auftakt für Streichkonzert?

Sozialatlas und Kürzungen in der Jugendarbeit

Sozialatlas als Auftakt für Streichkonzert?

Die SPD plant für 2013/14 Einschnitte von 3,5 Mio. Euro jährlich bei der Kinder- und Jugendarbeit sowie der Familienförderung. Angeblich sollen bedrohte Einrichtungen Geld aus anderen Töpfen beantragen können. Aus Sicht der Grünen betreibt die SPD damit Augenwischerei und eine Jugendpolitik nach dem Motto „friss oder stirb“.

Die GAL-Fraktion fürchtet, dass der gerade vorgestellte Sozialatlas nur der Auftakt ist zu einem Streichkonzert in der Jugendarbeit.

Dazu erklärt die kinder- und jugendpolitische Sprecherin der GAL-Bürgerschaftsfraktion Christiane Blömeke:

„Der Sozialatlas ist dann eine gute Sache, wenn er dazu beiträgt, Lücken im Angebot zu schließen. Ich fürchte aber, dass das Gegenteil passiert und der Sozialatlas nur der Auftakt zu einem Streichkonzert in der Jugendhilfe wird. Mit den geplanten Einschnitten besteht die Gefahr, dass Einrichtungen in gut versorgten Stadtteilen ausgedünnt werden. Dann ist der Sozialatlas am Ende nichts anderes als ein Sparatlas.“

Zur Aussage des Senators, dass keine Einrichtung schließen müsse, weil auch Gelder aus anderen Töpfen beantragt werden können, sagt Christiane Blömeke: „Senator Scheele betreibt bloße Augenwischerei, wenn er erklärt, dass die von den Kürzungen betroffenen Jugendeinrichtungen einfach Geld aus anderen Töpfen – wie etwa den Sozialraumprojekten – für ihre Arbeit beantragen könnten. Das ist in vielen Fällen gar nicht möglich, da die Vergabe der Gelder an strenge Kriterien geknüpft oder nur auf Stadtteile beschränkt ist, in denen viele Familien mit Hilfebedarf leben. Daher ist der vom Senator Scheele in Aussicht gestellte Geldtopf keine wirkliche Alternative, sondern Jugendpolitik nach dem Motto ´friss oder stirb´.“

Die Grünen betonen, dass die offene Kinder- und Jugendarbeit nicht allein auf das Ziel reduziert werden darf, Hilfen zur Erziehung zu vermeiden. Es geht auch darum, für Kinder und Jugendliche Lebens- und Freiräume jenseits des Schulalltags zu erhalten, in denen sie sich entfalten und ausprobieren können.

Zu den geplanten Kürzungen und Umsteuerungsmaßnahmen in der Jugendhilfe veranstaltet die GAL-Bürgerschaftsfraktion am Donnerstag, den 24. Mai 2012 um 18 Uhr ein Streitgespräch mit Fachleuten im Barmbek Basch, Wohldorfer Straße 30, unter dem Titel „Demontage der Jugendhilfe oder notwendiger Reformprozess?“.

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