Mit Herzblut für das Thema Radverkehr

Kirsten Pfaue wird Radverkehrskoordinatorin

Mit Herzblut für das Thema Radverkehr

Die rot-grüne Koalition hat ein großes Ziel: Hamburg soll Fahrradstadt werden. Damit das funktioniert, gibt es nun eine Radverkehrskoordinatorin. Kirsten Pfaue, ehemalige Landesvorsitzende des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC), übernimmt die behördenübergreifende Koordination der Hamburger Radverkehrsoffensive. Ein wesentlicher Baustein aus dem Koalitionsvertrag ist damit angeschoben.
Beine von zwei Fahrradfahrern im Abendlicht

Dazu Anjes Tjarks, Vorsitzender der Grünen Bürgerschaftsfraktion:

„Wir gratulieren Kirsten Pfaue ganz herzlich zur ihrer neuen Aufgabe. Sie ist die ideale Besetzung für diese herausragende Aufgabe und wird dem Radverkehr in Hamburg einen kräftigen Schub geben. Kirsten Pfaue kennt die Hamburger Verwaltung und hat sich als Vorsitzende des Hamburger ADFC mit Herzblut für das Thema Radverkehr eingesetzt. Ihre Kernaufgabe wird darin bestehen, alle zuständigen Stellen in der Stadt zusammenzubringen – von der Verkehrsbehörde über die Bezirke, den Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer bis zur Unteren Straßenverkehrsbehörde. Damit kommen wir der Fahrradstadt Hamburg ein großes Stück näher.“

Dazu Martin Bill, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen Bürgerschaftsfraktion:

„Wir wollen bis zum Ende der Legislatur alle 14 Velorouten mit rund 280 km Gesamtlänge fertigstellen sowie jährlich 50 Kilometer Radstrecke bauen oder sanieren. Das sind ehrgeizige Ziele. Deshalb ist es notwendig, Verantwortlichkeiten zu bündeln und Mechanismen für eventuelle Konfliktlösungen zu etablieren. Dass die Radverkehrskoordinatorin ein Vortragsrecht beim Ersten Bürgermeister hat, zeigt auch, welch hohen Stellenwert die Radverkehrspolitik künftig haben wird. Mit der Schaffung von zusätzlichen Stellen sorgen wir dafür, dass die notwendigen personellen Ressourcen vorhanden sind, um unsere rot-grüne Radverkehrsstrategie umzusetzen. Es gibt viele zusätzliche Aufgaben: Eine der wichtigsten wird die Schließung eines Bündnisses für den Radverkehr mit den Bezirken sein. Und auch eine Werbekampagne für mehr Radverkehr steht zeitnah auf der Agenda.“

Hintergrund:
Hamburg soll Fahrradstadt werden. Diese Zielsetzung haben SPD und Grüne im Koalitionsvertrag formuliert. Bis in die 20er Jahre soll der Radverkehrsanteil auf 25 Prozent in Hamburg steigen. Dazu sind viele bauliche Maßnahmen notwendig. So soll das 14 Strecken umfassende Veloroutennetz mit einer Gesamtlänge von rund 280 Kilometern bis zum Ende der Legislatur komplett fertiggestellt sein. Gegenwärtig sind nur rund 80 Kilometer fertiggestellt. Jährlich sollen 50 Kilometer Radverkehrsanlagen gebaut oder saniert werden. An der Umsetzung dieser Maßnahmen sind viele verschiedenen Stellen beteiligt: die Verkehrsbehörde, der Landesbetrieb, Straßen, Brücken und Gewässer, die Innenbehörde, die Bezirke. Um eine zügige Umsetzung der Maßnahmen zu gewährleisten ist eine Bündelung von Verantwortlichkeit notwendig sowie die Schaffung von Konfliktlösungsmechanismen. Um die Radverkehrsstrategie des rot-grünen Senats umzusetzen werden mit der Drucksache „Einrichtung einer Radverkehrskoordinatorin/eines Radverkehrskoordinators“ drei neue Stellen geschaffen. Als Radverkehrskoordinatorin wurde Kirsten Pfaue vom Senator für Wirtschaft, Verkehr und Innovation benannt. Kirsten Pfaue ist derzeit Leiterin des Rechtsamts im Bezirk Wandsbek. Sie engagiert sich seit Jahren ehrenamtlich für den Radverkehr. Von 2008 bis 2014 gehörte sie dem Vorstand des ADFC Hamburg an, von 2010 bis 2014 war sie dessen Vorsitzende. 

 

Kommentare

Gespeichert von Jutta Kodrzynski (nicht überprüft) am 08.09.2015 - 02:40

Das ist ein richtiger Schritt in die richtige Richtung. Viel Erfolg mit dem ehrgeizigen Ziel. Bitte viel Öffentlichkeit auch zukünftig.

Gespeichert von Silke Voderberg (nicht überprüft) am 22.03.2016 - 02:31

Sehr geehrete Damen und Herren,

ich bin echt begeistert davon Hamburg zur Fahrradstadt zu machen!!! Gute Idee!

Was allerdings wirklich erschreckend ist, dass so extrem viele Fahrräder geklaut werden! Alleine meinem Lebenspartner und mir, sind im vergangenen halben Jahr drei Fahrräder vor der Haustür gestohlen worden!

...aufgrund dieser Tatsache, hatte ich in unserer Wohnstraße in Hamburg Altona, Zettel mit Abreißbaren Zettelchen auf denen meine e-mail Adresse stand, an die Haustüren geklebt. Ich wollte mir mal einen Überblick verschaffen wieviele Fahrräder alleine in unserer Straße und Umgebung im letzten halben Jahr gestohlen wurden. Die Resonanz war schon "beeindruckend", gut 20 Räder und hier und da entwendete Sattel hatte man mir gemeldet!

Wie kann man dem entgegentreten, wenn trotz super Fahrradschlössern, ständig KEIN Fahrrad mehr vor der Tür steht ....würde gerne mitmachen, in Hamburgs Fahrrad Stadt aber ständig Geld für ein neues Fahrrad auszugeben ist auch keine Lösung...oder?

Mit freundlichen Grüßen

Gespeichert von Rene Brunotte (nicht überprüft) am 12.04.2016 - 02:26

Hier soll mal wieder über den Kopf der Bürger hinweg und ohne Beachtung der Infrastruktur in diesem Bereich entschieden werden! Man sollte doch mal eine Abstimmung unter den Bürgern, die in den betroffenen Bereichen wohnen und auch die Geschäfte/Firmen machen und sich dann danach richten. Die Politiker werden vom Volk gewählt, damit sie die Belange des Bürgers vertreten, und nicht ihre eigenen Interessen in den Vordergund stellen. Das wäre dann schon eine Diktatur!.

Das daran dann viele kleine Firmen und Geschäfte kaputt gehen und viele Bürger arbeitslos werden, scheint gar nicht zu interessieren!

Man sollte als Bürger vielleicht mal auf Art. 20 Abs. 4 GG hinweisen. Die Politiker wundern sich, das einige rechte Parteien immer mehr Stimmen bei den Wahlen bekommen, warum wohl! Darüber sollten die Politiker mal nachdenken!!!

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Gespeichert von Martin Bill am 23.05.2016 - 06:12

Sehr geehrter Herr Brunotte,
die verkehrspolitischen Zielsetzungen sind Ergebnis der letzten Wahlen. Im Koalitionsvertrag haben SPD und Grüne vereinbart, Hamburg zur Fahrradstadt weiterzuentwickeln. Einen entsprechenden Antrag mit der Zielsetzung die 14 Velorouten mit einer Streckenlänge von 280 Km bis 2020 komplett fertigzustellen sowie jährlich mindestens 50 km Radverkehrsanlagen zu bauen, sanieren oder neu zu widmen, hat die Bürgerschaft im vergangenen Jahr einstimmig beschlossen.
Auch werden die Pläne nicht über die Köpfe der Anwohnerinnen und Anwohner entschieden. Bei größeren Vorhaben gibt es einen breiten Beteiligungsprozess zur Einbindung der Anwohnerinnen und Anwohner sowie eine Einbeziehung der Bezirksversammlungen.
Übrigens belegen Studien, dass Radfahrende Kunden in der Summe öfters in den Gewerbebetrieben einkaufen als Autofahrerinnen und Autofahrer und in der Summe sogar einen höheren Umsatz bescheren.
Mit freundlichen Grüßen
Martin Bill

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Gespeichert von Martin Bill am 23.05.2016 - 06:21

Sehr geehrte Frau Voderberg,
in der Tat ist die hohe Zahl an Fahrraddiebstählen hochgradig ärgerlich. Eine der Maßnahmen die wir hier ergreifen ist der Ausbau der Fahrradabstellplätze. Mit dem bike+ride-Konzept wollen wir bis 2025 die Anzahl von B+R-Plätzen an den Schnellbahnhaltestellen von ca. 16.000 auf 28.000 erhöhen. Am Ende des Ausbauprogramms sollen dann 5.600 Mietplätze zur Verfügung stehen. Diese sollten vor einem Diebstahl besser schützen.
Mit freundlichen Grüßen
Martin Bill

Gespeichert von Mike Jackson (nicht überprüft) am 15.09.2016 - 01:07

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich wünsche Kirsten Pfaue viel Erfolg und eine glückliche Hand als Radverkehrskoordiatorin. Ich hoffe das wir Fahrradfahrer Frau Pfaue recht oft mit dem Rad im Berufsverkehr auf den neuen Fahrradwegen antreffen werden wo sie sich hoffentlich ein gutes Bild von dem bisherigen baulichen Maßnahmen machen kann. Gerade in der dunklen und nassen Jahreszeit wird Sie an vielen neuen Streckenabschnitten feststellen, dass ein Fahrradweg nicht auf eine vierspurige Straße gehört auf der der Verkehr mit Tempo 50-70 vorbeidonnert. Wer schon einmal von einem 40 Tonnen LKW oder BUS mit Tempo 50-60 bei Wind und Regen mit Dreck aus einer Pfütze geduscht wurde oder durch fehlende Spurbreite (2 LKW nebeneinander) den eben noch eh schon zu knapp bemessenen Radweg von einem Meter halbiert gesehen hat, wird sicher das bisherige Konzept infrage stellen. Entweder der motorisierte Straßenverkehr wird an solchen Stellen mit Tempo 30 beruhigt oder zwischen Straße und Radweg gibt es eine klare Trennung (Grünstreifen Bordstein usw.). Alles andere ist schlicht und ergreifend Lebensgefährlich bei eine so hohen Verkehrsaufkommen wie in Hamburg! Wer von den Verantwortlichen lässt denn seine Kinder morgens über diese hoch gefährlichen Radwege  zur Schule fahren? Wer von den Verantwortlichen fährt den selbst jeden Tag bei Wind und Wetter mit dem Rad?  280km Radstrecke fertigstellen bzw. 50km pro Jahr Fahrradstrecken zu Bauen/Sanieren indem man weiße Striche auf die vorhandenen Fahrbahnen malt die teilweise noch nicht einmal neu geteert werden (z.B. Wiesendamm), die nach einem Jahr an Abbiegerspuren kaum noch zu sehen sind? Vollkommen unübersichtliche Verkehrsführung der Radstrecken (Mühlenkamp, Alte Wöhr, Alster usw.) die sich keinem Erwachsenen und erst recht keinem Kind mehr erschließen. Investitionen oder Kosteneinsparung? Fahrradstatt – ja bitte,  aber dann bitte auch ernsthaft und nicht so halbherzig. Wir treffen uns auf den „tollen neuen Radstrecken“ – ich hoffe Ihr habt alle einen guten Schutzengel. Wie gesagt – ich wünsche Kirsten Pfaue viel Erfolg – möglicherweise ist sie ja tatsächlich eine aktive Radfahrerin die eine echte Fahrradstadt möchte und nicht nur ein Kostensenkungsprogramm ….

Mit freundlich Grüßen

Mike

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Gespeichert von Martin Bill am 19.09.2016 - 05:25

Sehr geehrter Herr Jackson,

Frau Pfaue ist passionierte Radfahrerin. Sie war jahrelang Vorsitzende des Hamburger Landesverbandes des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs. Wir sind der festen Überzeugung, dass sie die ideale Besetzung ist für die Stelle der Radverkehrskoordinatorin. Das erste Jahr zeigt: Sie setzt sich mit viel Engagement für die Belange des Radverkehrs ein.

Hinsichtlich Ihrer Kritik an der Radverkehrsführung auf der Straße möchte ich entgegenhalten, dass ich verstehen kann, dass das Radfahren auf der Fahrbahn subjektiv als unangenehm empfunden wird. Radfahrer*innen sind aber auf der Straße einfach besser sichtbar für den motorisierten Verkehr. So wird in dem Bericht der Bundesanstalt für Straßenwesen (bast) zu „Unfallrisiko und Regelakzeptanz von Fahrradfahrern“ u.a. festgestellt, dass Radfahrstreifen als separate Radverkehrsanlagen im Vergleich zu veralteten, weit von der Fahrbahn abgesetzten Radwegen häufig die sicherere Führungsform für den Radverkehr darstellen, da sich so der Radverkehr im direkten Blickfeld des Kfz-Verkehrs bewegt und dementsprechend gesehen wird.

Und auch nach den Feststellungen der Hamburger Polizei treten im Mischverkehr oder auf Radfahr- und Schutzstreifen geführtem Radverkehr aufgrund der verbesserten Sichtbeziehungen an Kreuzungen, Einmündungen und Grundstückseinfahrten und -ausfahrten weniger Unfälle auf. Die Verlagerung des Radverkehrs auf die Fahrbahn ist daher unter dem Gesichtspunkt der Verkehrssicherheit grundsätzlich als positiv zu bewerten. Dies geht aus der Antwort des Senats auf eine Schriftliche Kleine Anfrage von mir hervor (vgl. Drs. 21/4315).

Die Regelbreite für Schutzstreifen beträgt übrigens 1,50 Meter, die für Radfahrstreifen 1,85 Meter zuzüglich eines Sicherheitsstreifens zu eventl. Parkständen.

Abschließend möchte ich darauf hinweisen, dass der Straßenraum nun einmal begrenzt ist und wir hier Nutzungskonflikte haben. Ähnliches gilt auch für die Nebenflächen, deren Ausmaße in der Regel nach den heute geltenden Standards gar keine gemeinsame Verkehrsführung von Fuß- und Radverkehr mehr zulassen.

Mit freundlichen Grüßen

Martin Bill

Gespeichert von Wolfgang Remek (nicht überprüft) am 16.11.2016 - 06:23

Bei all den schönen Begründungen für die Radwege auf der Straße fällt mir auf, dass sehr viele, bestehende Radwege, wie auf dem Rugenbarg (Ring3) kostengünstiger, und vor allen Dingen sicherer sind wie auf der Straße !!

Ich jedenfalls werde nicht auf einer Rennstreckenstraße fahren, sonder fahre dann auf dem Bürgersteig, wo noch genügend sicherer Platz ist. Man kann alles  übertreiben. Ich erinnere mich an die Abschaffung der Straßenbahn. Nur Phrasen von den vielen Vorteilen waren zu hören. Warum nicht beides akzeptieren,Bestehende  Radfahrwege besser ausbauen,  Ebenso aber  Radwege auf Straßen bringen wo es geht. Und bitten keine Steuergelder verschleudern wie an der Alster  Deutliche mehr die Betroffenne einbinden, denn die haben oft mehr Ahnung als die die Volksvertreter !

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