Ganztagsschule nur für Stadtteilschulen? Das ist zu kurz gesprungen!

Bildung

Ganztagsschule nur für Stadtteilschulen? Das ist zu kurz gesprungen!

In einem Interview erklärt Schulsenator Ties Rabe, dass alle Stadtteilschulen auf freiwilliger Basis Ganztagsschulen werden könnten. Die Begründung für diese Äußerung: Dies ermögliche allen SchülerInnen, die auf wenig Hilfe in ihrem Elternhaus bauen können, bessere Chancen. So löblich das Bemühen um bessere Chancen ist: Benötigen nicht auch SchülerInnen an Grundschulen und Gymnasien diese Hilfe?

Stefanie von Berg, Abgeordnete der GAL-Bürgerschaftsfraktion, erklärt dazu: „Die Aussagen des neuen Schulsenators in dem Interview sind sehr vage – nahezu die einzige konkrete Äußerung ist die zum Ausbau des Ganztagsbetriebes bei den Stadtteilschulen. Selbstverständlich gibt es auch an Grundschulen und Gymnasien Kinder, die wenig Unterstützung aus ihren Elternhäusern erhalten – oder deren Eltern beide berufstätig sind. Daher ist es unerlässlich, auch diese Schulformen zu Ganztagsschulen umzuwandeln, damit alle Kinder in allen Schulformen eine Chance auf einen erfolgreichen Schulbesuch haben. Herr Rabe vernachlässigt in seiner Begründung noch einen ganz anderen, mindestens ebenso wichtigen Grund für diese Umwandlung: Schulen sind Orte des Lernens und des Kompetenzerwerbs. Lernen und Kompetenzerwerb funktioniert jedoch nicht in festen Rhythmen zwischen 8 und 13 Uhr, sondern benötigt Zeit und Raum. Dies gilt nicht nur für die Fachkompetenz, sondern gerade auch für die überfachlichen Kompetenzen.

Sehr vage bleibt Herr Rabe bei der Frage, wie die Unterrichtsqualität zu verbessern sei – ,Begeisterung für das Lernen’ als Ansatz reicht da nicht. Auch Vergleichsarbeiten und Schulinspektion alleine reichen nicht. Denn jeder Bauer weiß: Das Schwein wird vom Wiegen nicht fetter.

Problematisch ist auch die Tatsache, dass eine Verbesserung des Unterrichts offensichtlich nur im Bereich der Risikoschülerinnen und –schüler für notwendig erachtet wird. Darüber hinaus ignoriert der Senator vollständig die bereits in der letzten Legislaturperiode begonnene Fortbildungsoffensive für Lehrkräfte, die zielgenau auf die Verbesserung des Unterrichts im Sinne einer modernen Neuen Lernkultur ausgerichtet war."

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