SPD will in Schulen lieber Aufwärmkost servieren

Mittagessen an Schulen

SPD will in Schulen lieber Aufwärmkost servieren

Fast alle Schulen in Hamburg werden zu Ganztagsschulen. An rund 150 Schulen entstehen neue Mensen - nach dem Willen von Senator Rabe ausschließlich mit Spül- und Aufwärmküchen. Viele Eltern und Kinder klagen aber schon heute über mangelnde Qualität beim Mittagsessen.

Die GAL-Fraktion hatte am Donnerstag in einem Bürgerschaftsantrag vollwertige und gesunde Mahlzeiten für Schülerinnen und Schüler gefordert. Diese sollten in sogenannten Produktionsküchen vor Ort oder in Schulnähe frisch zubereitet werden. Die Grünen bedauern, dass die SPD diesen Antrag ohne überzeugende Begründung abgelehnt hat und noch nicht einmal im Schulausschuss diskutieren will.

Dr. Stefanie von Berg, schulpolitische Sprecherin der GAL-Bürgerschaftsfraktion, erklärt:

Der Senat plant, 100 Millionen Euro in den Zu- und Ausbau von Schulküchen zu investieren – und zwar ausschließlich in Aufwärmküchen. Dies ist kurzsichtig. Der Nährwert der Lieferkost geht nicht selten gegen Null. Kochen statt aufwärmen muss die Devise lauten. Dafür sollten Produktionsküchen an Schulen entstehen, in denen das Essen für gleich mehrere nahe gelegene Schulen zubereitet wird.

Gleichzeitig könnten Kinder in diesen Küchen in Ernährungsfragen geschult werden. Außerdem könnten die Schülermensen nach der Mittagspause zu Stadtteilrestaurants werden. Das von uns vorgeschlagene Konzept ist langfristig nicht teurer als die bisherigen Pläne des Senats. Nun ist aber klar: Die SPD will in Hamburgs Schulen lieber Aufwärmkost als frisches Essen servieren – trotz der Unzufriedenheit bei vielen Eltern und Kindern. Das ist außerordentlich bedauerlich.“

Der Antrag der GAL-Bürgerschaftsfraktion beschreibt ein ganzheitliches Konzept, unter welchen Bedingungen Schulküchen effizient, fair und hochwertig arbeiten können. Dazu gehören folgende Punkte:
 

  • In benachteiligten Regionen wird ein gesundes Frühstück vor Schulbeginn angeboten.
  • Die Kosten für ein Mittagessen werden auch ab Klasse 5 so gestaltet, dass die Kosten sozial gestaffelt sind den Preis von 3,50 Euro nicht übersteigen. An allen Schulen soll ein bargeldloses, nicht stigmatisierendes Abrechnungssystem in Form einer Chipkarte eingeführt werden, das einen Weiterverkauf unter Schülerinnen und Schülern ausschließt.
  • Die Zubereitung und Ausgabe des Essens wird mit sozialversicherungspflichtig beschäftigten Arbeitskräften organisiert. Dabei darf eine Mindestlohngrenze von 8,50 Euro nicht unterschritten werden.

Kommentare

Gespeichert von Gast (nicht überprüft) am 12.04.2012 - 08:46

Hallo,
grundsätzlich finde ich es gut, dass essen in den Schulen angeboten wird. Als Berufstätige erlaubt mir das mehr Zeit mit meinen Kindern zu verbringen. Warum aber an den Schulen, an denen bereits eine Küche und ein funktionierendes System gibt jetzt eine 08/15 Mensa aufgezwungen wird, kann ich beim besten willen nicht verstehen. verstoesst das nicht gegen das Subsidaritaetsprinzip oder gilt das in der Schule nicht?

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