Hamburg muss selbst aktiv werden
Hamburg muss selbst aktiv werden
Katharina Fegebank, die sozialpolitische Sprecherin der GAL-Bürgerschaftsfraktion, erklärt zu einem solchen Konzept:
„Der Bundesfreiwilligendienst ist für Organisationen und Träger, die auf aktives Freiwilligenengagement angewiesen sind, eine echte Enttäuschung. Von den bundesweit angepeilten 35.000 Stellen sind bislang kaum 2.000 besetzt. Soziale Träger in Hamburg, die bisher fest auf Zivi-Unterstützung bauen konnten, müssen ihr Angebot einschränken.
"Weil die Bundesregierung handwerkliche Fehler gemacht hat, müssen wir dringend ein Hamburger Engagement für die Freiwilligendienste finden. Hamburg muss das bestehende Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) und den Freiwilligendienst aller Generationen (FDaG) so stärken, dass die Schwächen der BFD-Fehlkonstruktion bei uns nicht spürbar werden. Der Senat sollte rasch ein schlüssiges Gesamtkonzept entwerfen. Die verschiedenen Dienste sollte der Senat aktiv bewerben, damit sich genügend Menschen dafür finden.“
Bisher haben mehr als 1.100 Zivis das soziale Dienstleistungsangebot in Hamburg bereichert. Mit dem neuen Freiwilligendienst ist dieses Angebot nicht aufrecht zu erhalten.
Der Bundesfreiwilligendienst weist noch immer erhebliche Mängel auf. Nach wie vor ungelöst ist die Frage, ob das Kindergeld darauf angerechnet wird. Gerade für junge Menschen scheint das Freiwillige Soziale Jahr weitaus attraktiver. Die GAL-FRaktion fordert daher vom Hamburger Senat, die handwerklichen Fehler der Bundesregierung zu beheben durch:
- die Schaffung echter Anreize für alle Freiwilligendienste, etwa eine Anrechnung zusätzlicher Wartesemester auf die reguläre Wartezeit für junge Freiwillige, die sich auf einen Studienplatz beworben haben
- eine spürbare Stärkung des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) in Hamburg
- Initiativen zur Auflösung der Doppelstrukturen zwischen den Freiwilligendiensten in Bundes- und Länderzuständigkeit
- eine generationenübergreifende und zielgruppenorientierte Ansprache und Bewerbung der Freiwilligendienste durch die Politik und die Stadt, nicht allein durch die Träger
Die GAL-Bürgerschaftsfraktion hat in einer Großen Anfrage bereits im Mai dieses Jahres die Einschätzung und Handlungsstrategien des Senats zur Einführung des Bundesfreiwilligendienstes abgefragt. Die Antwort des Senates war ernüchternd: Zahlen seien seriös nicht abschätzbar, generell wird auf die Zuständigkeit Berlins verwiesen.


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