Unehrliche Planung und platte Kampagnen schaden der Olympischen Idee

Olympia in Hamburg

Unehrliche Planung und platte Kampagnen schaden der Olympischen Idee

Die Bürgerschaft debattiert am Mittwoch erneut über eine Olympia-Bewerbung Hamburgs. Die Grünen kritisieren, dass der Senat immer noch keine belastbaren Daten zu den Chancen und Risiken einer Bewerbung vorgelegt hat. Sie fordern den Senat auf, für mehr Transparenz im Planungsprozess zu sorgen.
olympische Ringe als Lichtkreise

 Wenn jetzt nicht konkrete Planungen beauftragt werden, liegen auch bis September keine belastbaren Zahlen und Fakten vor – ein Referendum wäre dann eine Farce.

Jens Kerstan, Vorsitzender der Grünen Bürgerschaftsfraktion und Spitzenkandidat zur Bürgerschaftswahl, sagt:

„Olympia in Hamburg ist eine faszinierende Idee. Aber eine unehrliche Planung und platte Kampagnen schaden der Olympischen Idee. Wir wissen noch nicht, ob die Stadt dieses Projekt tatsächlich stemmen kann. Denn leider will der Senat über Kosten und Risiken nicht reden. Das ist falsch und unverantwortlich, denn Olympia hat die Dimension einer x-fachen Elbphilharmonie. Die Fehler, die bei dem Konzerthaus in der Anfangseuphorie gemacht wurden, dürfen Hamburg nie wieder passieren. Die Umfrage zur Olympiabegeisterung im Februar hat einen vorentscheidenden Charakter. Deshalb müssen wir jetzt Tacheles reden, zum Beispiel über die utopischen Forderungen der Hafenwirtschaft, über die Kosten der Erschließung des Kleinen Grasbrooks und die Kosten für die Verlagerung der Hafenbetriebe. Denn wenn wesentliche Untersuchungen wie beispielsweise der Masterplan erst nach der DOSB-Entscheidung im März überhaupt beauftragt werden, ist es höchst fraglich und unwahrscheinlich, dass bis zum Referendum im September wirklich belastbare Informationen – insbesondere zu den Kosten – vorliegen werden. Und wenn zum Referendum nicht alle Fakten auf dem Tisch liegen, wird dieses Referendum zur Farce. Wenn der Senat jetzt nicht ehrlich über absehbare Kosten und Risiken informiert, leidet die Glaubwürdigkeit der Politik."

Christiane Blömeke, sportpolitische Sprecherin der Grünen Bürgerschaftsfraktion, sagt dazu:

„Bei einem Megaprojekt wie Olympia braucht man von Anfang an Transparenz und belastbare Daten über die Chancen und Risiken für die Stadt. Ich kann nicht verstehen, dass sich der Senat damit so viel Zeit lässt. Im Mai letzten Jahres hat die Bürgerschaft den Senat mit einer Studie beauftragt. Diese sollte bis zum Herbst vorliegen. Der Senat weigert sich, Zahlen und Ergebnisse vor März zu veröffentlichen. Es kann nicht sein, dass in der Stadt eine große Olympia-Werbekampagne anläuft, die Öffentlichkeit aber nur oberflächlich informiert wird – und das die Kosten zum Tabu erklärt werden. So haben wir uns den Planungsprozess nicht vorgestellt. Nach den Erfahrungen der letzten Monate haben wir große Bedenken, auf welcher Informationsgrundlage die Hamburgerinnen und Hamburger dann im September entscheiden sollen.“

Kommentare

Gespeichert von Carla Obens (nicht überprüft) am 04.02.2015 - 02:15

Hallo Grüne,

schön, dass ihr euch auf Transparenz beruft, denn diese fehlt im bisherigen Olympia-Prozess komplett.

Heißt das nun, dass:

a) es mit den Grünen kein Referendum im September gibt, sondern ggf. später?

b) es eine finanzielle Obergrenze gibt, die Olympia an Kosten nicht überschreiten darf?

Und wie werden die Grünen sicherstellen, dass:

a)  zu einem möglichen Referendum der Öffentlichkeit gleichberechtigt auch die Gegenargumente präsentiert werden?

b) es ein Ausstiegsszenario gibt für den Fall, dass das ursprüngliche Bewerbungskonzept stark von dem Host-City-Vertrag mit dem IOC abweicht?

Über Antworten freut sich....

Carla Obens

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