Ohne Rücksicht auf Verluste
Ohne Rücksicht auf Verluste
Dr. Anjes Tjarks, wirtschaftspolitische Sprecher der GAL-Fraktion erklärt:
„Der Senat boxt diesen Deal durch - ohne Rücksicht auf Verluste. Der Senat bleibt weiterhin die Antwort schuldig, warum Hapag-Lloyd jetzt zum zweiten Mal gerettet werden soll.
Dieses Geschäft ist angesichts der Marktlage hochriskant. Hapag-Lloyd bekommt aktuell bei Standard & Poors die Bonitätsnote BB-. Das bedeutet im Klartext: ,Hochspekulative Anlage; bei Verschlechterung der Lage sind Ausfälle wahrscheinlich‘. Moodys bewertet Hapag-Lloyd derzeit mit B1. Die zuletzt ausgegebenen Anleihen von Hapag Lloyd werden mit LGD5 bewertet, was eine Verlustwahrscheinlichkeit von mindestens 70 Prozent bedeutet. Dieser Senat zockt mit dem Geld künftiger Steuerzahlerinnen und Steuerzahler.
Über diesen Deal freut sich einzig und allein die TUI. Ihre Aktionäre machen das Geschäft Ihres Lebens. Ihnen ist es gelungen, für 17 Prozent so viel zu bekommen, wie sie für 51 Prozent im nächsten Jahr erwarten könnten. Bürgermeister Scholz spielt Monopoly und kauft dabei die Badstraße für den Preis der Schlossallee.“
Hintergrund
Der Vorstandsvorsitzende der TUI AG, Dr. Michael Frenzel, hatte bei der TUI-Hauptversammlung am 15. Februar 2012 erklärt: „… bei der Bewertung der komplexen Verhandlungslösung hatten wir abzuwägen, ob uns nach einem absehbaren Scheitern der Andienung zum Ende des Jahres 2012 der Verkauf von 51 Prozent der Anteile einen signifikant höheren Erlös bringen würde. Diese Abwägung ist sehr klar zugunsten der erzielten Einigung ausgefallen.“


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