Perspektiven für wissenschaftlichen Nachwuchs schaffen
Perspektiven für wissenschaftlichen Nachwuchs schaffen
Die Grünen unterstützen die Forderung an die Bundesebene nach einer Änderung des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes und wollen eine Aufhebung der Tarifsperre. Die SPD darf die Verantwortung für das Befristungsunwesen nicht einseitig dem Bund zuschieben, solange sie ihre Handlungsmöglichkeiten auf Landesebene nicht nutzt.
Die GAL-Fraktion will die Hamburger Hochschulen materiell besser ausstatten, um die Zahl von unbefristeten Stellen im Mittelbau zu erhöhen und durch die Einführung von Tenure-Track-Regelungen Karrierewege planbarer werden. Mit den Hochschulen soll ein „Code of Conduct“ geschlossen werden, also eine Kodex mit verbindlichen Standards für die Beschäftigung des wissenschaftlichen Personals. Der Senat setzt mit seinem hochriskanten und teuren Engagement bei Hapag-Lloyd einen falschen Schwerpunkt. Er könnte mit dem knappen Haushaltsgeld auch die Hochschulen besser ausstatten und so bessere Rahmenbedingungen für den wissenschaftlichen Nachwuchs schaffen.
Dr. Eva Gümbel, wissenschaftspolitische Sprecherin der GAL-Bürgerschaftsfraktion, erklärt:
„Junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler brauchen verlässliche Arbeitsbedingungen – sonst kehren sie Hamburg den Rücken. Um ihnen eine Perspektive zu geben, braucht es eine angemessene Ausstattung der Hochschulen. Das Gegenteil passiert: Denn die Hochschulverträge sind ein Sparprogramm. Der Senat muss den Unis einen Ausgleich für Inflations- und Tarifsteigerungen zahlen und überproportionale Kürzungen zurücknehmen. Außerdem muss die Stadt ihre Möglichkeiten ausschöpfen, um den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern. Wir fordern eine Vereinbarung zwischen Stadt und Hochschulen über Standards für die Beschäftigung des wissenschaftlichen Personals.“
Hintergrund
Verlässliche Perspektiven für den Nachwuchs sind eine hochschulpolitische Zukunftsaufgabe. Grundvoraussetzung dafür sind planbare Karrierewege für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Unterhalb einer Professur gibt es zu wenige Dauerstellen. Gleichzeitig ist in den vergangenen Jahren der Anteil befristeter Stellen ohne Anschlussperspektive bundesweit dramatisch gestiegen.
Die Große Anfrage der GAL-Bürgerschaftsfraktion „Traumjob Wissenschaft? – Zur Situation des wissenschaftlichen Nachwuchses“ hat diese Situation auch für Hamburg bestätigt. Demnach stellen die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an der Uni mit 44 Prozent die stärkste Gruppe des Hochschulpersonals. 85,1 Prozent von ihnen haben nur einen befristeten Arbeitsvertrag. Knapp 70 Prozent dieser Verträge sind auch noch Teilzeitjobs.
Die Hochschulen argumentieren, dass befristete Beschäftigungsverhältnissen für sie die einzige Möglichkeit wären, flexibel auf sinkende staatliche Mittel zu reagieren.


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